Seit Anfang 2024 gehört Sebastian zu unserem Werkstatt-Team. Als Kfz-Mechatroniker kümmert er sich bei uns um die Fahrzeuge unserer Kundinnen und Kunden. Doch wenn er die Werkstatt verlässt, beginnt für ihn häufig der zweite Teil seines Alltags: Training im Kajak. Sebastian betreibt Kanu-Freestyle – eine spektakuläre Disziplin, bei der die Athleten in Wellen und Walzen innerhalb kurzer Zeit möglichst anspruchsvolle Figuren und Kombinationen zeigen. Was dabei spielerisch aussieht, verlangt jede Menge Technik, Kraft, Körperbeherrschung und viele Trainingsstunden. Um Beruf und Sport miteinander verbinden zu können, arbeitet Sebastian bei uns in Teilzeit. Für uns eine Lösung, die zeigt, dass flexible Arbeitszeiten nicht nur auf dem Papier funktionieren müssen.
Ich schätze die Flexibilität, die ich dadurch habe. Ich kann Arbeit, Wettkämpfe und Training gut unter einen Hut bekommen und finde sogar noch die Zeit meine Leidenschaft an andere als Rafting-Guide im Nebenjob weiterzugeben.
Auf den Flüssen der Welt unterwegs
Für Sebastian ist der Kanusport weit mehr als ein Hobby. Trainingseinheiten und Wettkämpfe führen ihn regelmäßig an unterschiedliche Spots in Deutschland und weit darüber hinaus. Seine sportliche Entwicklung in den vergangenen Jahren kann sich sehen lassen. 2023 gehörte Sebastian bereits zum deutschen Nationalteam und erreichte bei der Weltmeisterschaft in den USA im Canadier einen starken siebten Platz. 2024 folgte eines seiner bislang erfolgreichsten Jahre. Beim Freestyle-Weltcup sicherte er sich im Canadier die Bronzemedaille. Wenige Monate später gelang ihm bei der Europameisterschaft in Graz der nächste große Erfolg: Bronze bei der EM.

Zweimal Platz eins und ab zur Heim-WM
Auch 2025 ging es erfolgreich weiter. Bei der Qualifikation in Plattling setzte sich Sebastian gleich in zwei Klassen durch: Sowohl im geschlossenen Canadier C1 als auch im offenen Canadier OC1 belegte er den ersten Platz und sicherte sich damit erneut seinen Platz im deutschen Nationalteam. Der Unterschied zwischen den beiden Booten ist größer, als man zunächst vermuten würde. Während der C1 geschlossen ist, kann der offene Canadier während eines Laufs erhebliche Mengen Wasser aufnehmen – und wird dadurch entsprechend schwerer und anspruchsvoller zu kontrollieren. Bei der anschließenden Heim-Weltmeisterschaft in Plattling zeigte Sebastian erneut, dass er international ganz vorne mithalten kann. Im C1 gewann er zunächst sogar den Vorlauf und zog später ins Finale ein. Im offenen Canadier erreichte er bei der WM einen starken fünften Platz. Hinzu kamen 2025 zwei deutsche Meistertitel: jeweils Platz eins im C1 und OC1.
Leistungssport neben dem Berufsalltag
Hinter solchen Ergebnissen steckt allerdings deutlich mehr als nur das Wochenende auf dem Wasser. Training, Vorbereitung, Material, lange Anreisen und internationale Wettkämpfe müssen mit dem normalen Berufsalltag vereinbart werden. Genau deshalb haben Sebastian und wir gemeinsam ein Arbeitsmodell gefunden, das beides möglich macht. Er unterstützt unser Werkstatt-Team in Teilzeit und hat gleichzeitig den Freiraum, den sein Sport auf diesem Niveau verlangt. Denn für uns bedeutet ein guter Arbeitsplatz nicht, dass jedes Leben in dasselbe Arbeitszeitmodell passen muss. Manchmal bedeutet es auch, gemeinsam eine Lösung zu finden, damit jemand das tun kann, wofür er wirklich brennt.
Und dass Sebastian noch lange nicht genug hat, zeigt auch die Saison 2026: Bei der Europameisterschaft im finnischen Lieksa schaffte er erneut den Sprung ins C1-Finale und kämpfte damit wieder mit Europas Besten um die vorderen Plätze. Wir freuen uns, Sebastian nicht nur als Kfz-Mechatroniker in unserem Team zu haben, sondern ihn auch auf seinem sportlichen Weg unterstützen zu können – und sind gespannt, auf welchen Flüssen dieser Welt er als Nächstes für Schlagzeilen sorgt.
Auf Reisen war mein bisheriges Highlight der obere Teil des Rio Fuy in Chile. Der Fluss fließt von einem See in den nächsten, hat klares Wasser und tolle Landschaft. Die Schlüsselstelle ist eine Kombination aus Wasserfällen und einfach einzigartig.




