Auszubildende zur KFZ-Mechatronikerin

Tanja Kennerknecht

In Zeiten von Female Empowerment sollte es niemanden mehr wundern, dass auch immer mehr Frauen männerdominierte Berufe ergreifen. Doch für uns persönlich ist das neu: seit einem Jahr haben wir Tanja Kennerknecht als Auszubildende zur KFZ-Mechatronikerin bei uns. Mit welchen Vorurteilen Frau in der Branche zu kämpfen hat, was sie an diesem Beruf reizt und wie sie sich bei unseren männlichen Kollegen durchsetzt? Wir haben nachgefragt. 

 

 

Warum hast du dich grundsätzlich für eine Ausbildung und kein Studium entschieden? 

“Ich hatte eigentlich immer zwei Bereiche, die mich interessiert haben. Einmal der soziale Bereich – da sind die Ausbildungen aber meiner Meinung nach nicht wirklich attraktiv und ich hätte studieren müssen - oder eben die KFZ-Branche. Nachdem ich 13 Jahre in der Schule war, hatte ich keine Lust mehr und wollte lieber Geld verdienen und selbstständig werden. Außerdem finde ich mit einer Ausbildung hat man einfach was Festes in der Hand, das einem keiner mehr nehmen kann.” 

 

Was reizt dich am Beruf der KFZ-Mechatronikerin? 

“Bevor ich mich für die Ausbildung entschieden habe, war ich drei Tage zum Probearbeiten hier im Autohaus Fersch. Schon in dieser kurzen Zeit hat sich gezeigt, wie abwechslungsreich dieser Beruf ist und das hat mir direkt gefallen. Es ist nie dasselbe und immer was Neues. Außerdem sind Autos einfach toll”, sagt Tanja und lacht.  

 

Mit welchen Vorurteilen hast du in dieser Branche zu kämpfen? 

Wir müssen gestehen, auch wir waren skeptisch. Mit ihren 1,54 m ist unsere Tanja eine zierliche Erscheinung und wir waren gespannt, wie sie den körperlichen Anforderungen dieses Berufs im Alltag gerecht wird.  

„Wir haben beispielsweise viele schwere Komponenten von großen Fahrzeugen wie dem Ranger und da war ich natürlich auch gespannt, wie sie das machen wird“, erinnert sich unser Werkstattmeister Reinhard Diethelm. „Doch für mich macht es keinen Unterschied, ob da ein Mann oder eine Frau arbeitet, solange die Arbeit zuverlässig und gewissenhaft erledigt wird - und da steht Tanja den anderen wirklich in nichts nach.“ 

 

Auch Tanja hat sich vor ihrer Ausbildung so ihre Gedanken gemacht. “Ich bin hier mit dickem Fell angekommen und hatte mir schon ein paar Kontersprüche zurechtgelegt. Aber ich habe sie nie gebraucht. Ich bin wirklich froh, dass ich hier so super aufgenommen wurde. Das macht einem den Start natürlich umso leichter. Außerdem bekomme ich hier keine Extrawurst und das finde ich super. Mit mir wird umgegangen, wie mit jedem anderen und ich fühle mich richtig gut aufgehoben in diesem Team.”  

 

Passt dieser Beruf zu dir und woher kommt die Liebe zu Autos? 

“Die Leute, die mich gut kennen, wissen dass dieser Beruf einfach zu mit passt. Bereits mit dreieinhalb Jahren saß ich bei meinem Bruder auf dem Schoß und bin mit ihm Kart gefahren. Nachdem ich durch ihn mit dem Verein aufgewachsen bin, war schnell klar, dass ich das auch machen möchte. Eigentlich darf man mit sechs Jahren anfangen, da ich damals aber noch zu klein war, fahre ich Kart seit ich acht Jahre alt bin. Aktuell bin ich sogar Allgäuer Meisterin im Jugendkart.” 

 

Bildquelle: privat

 

Was würdest du anderen jungen Frauen raten, die einen männerdominierten Beruf ergreifen möchten? 

Zu dieser Frage hat Tanja eine klare Meinung: Einfach machen!  

“Ich hatte natürlich zu Beginn auch meine Zweifel. Man macht sich viele Gedanken, ob man das kann und ob man den körperlichen Anforderungen gerecht wird. Daher war ich auch etwas verblüfft, als ich bei Thomas im Büro saß und er direkt ja gesagt hat”, erinnert sich die 20-Jährige.  

Dennoch heißt die Devise einfach ausprobieren, denn wenn es nicht klappt, dann macht man eben etwas anderes.  

“Ich habe auch meine Zeit gebraucht, mich an die körperliche Arbeit zu gewöhnen. Da ist man als Frau natürlich anfangs etwas im Nachteil, aber gerade das Arbeiten mit Jungs ist so entspannt. In der Werkstatt oder auch in der Berufsschule gibt es keinen Zickenkrieg und das ist wunderbar. Ich würde mich ärgern, wenn ich mich nicht aufgerafft hätte es einfach mal auszuprobieren.”  

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